Johannes Regiomontanus

Bedeutendster Astronom des 15. Jahrhunderts.

* 06.06.1436 bei Königsberg am Rande der fränkischen Haßberge ; † 1476 in Rom

Lebenslauf:

Im Alter von nur elf Jahren schrieb sich Johannes Müller an der Universität in Leipzig ein. 1450 wechselte er nach Wien, wo er in engem Kontakt zu dem Mathematiker Georg Peurbach (1423-1461) stand. Bei seinem Aufenthalt in Wien beauftragte der Kardinal Bessarion (1403-1472) Peurbach einen Auszug (Epitome) aus dem Almagest von Ptolemäus zu erstellen. Peurbach verstarb aber über dieser Arbeit, er konnte nur die ersten sechs Bücher bearbeiten. An seinem Todesbett nahm er Regiomontanus das Versprechen ab, das Werk zu vollenden, was er im Folgenden auch tat.

Nach dem Tod seines Lehrmeisters zog Regiomontanus mit dem Kardinal Bessarion (1403-1472) durch Italien, wo er in dessen Auftrag alte griechische Originalschriften suchte. Ca. 1465 trennten sich deren Wege, 1467 war Regiomontanus am Hofe des ungarischen Königs Matthias Corvinus (1458-1490). Unzufrieden mit den dortigen Möglichkeiten verließ er im Frühjahr 1471 Ungarn in Richtung Nürnberg.

Hier entfaltete er eine rege wissenschaftliche Tätigkeit. U.a. richtete er sich eine Druckerei ein und gab astronomische und humanistische Werke heraus. In Zusammenarbeit mit Bernhard Walther (1430-1504) führte er astronomische Beobachtungen durch. Walther führte diese Beobachtungsreihen nach Regiomontans Tod weiter, wobei er eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Genauigkeit erreichte. Als Frucht seiner Arbeit gab Regiomontanus Kalender und Ephemeriden heraus. Er versuchte also durch Erneuerung der mathematischen Wissenschaften und durch eigene Beobachtungen die Berechnungen der Planetenbahnen zu verbessern.

1475 erhielt Regiomontanus einen Ruf des Papstes, der ihn mitten aus seiner Tätigkeit herausriss. In Rom sollte er zu der geplanten Kalenderreform beitragen. Dorten ist er 1476 unter ungeklärten Umständen verstorben. Seinen Nachlass kaufte in Nürnberg zunächst Bernhard Walther an, später gelangten zumindest Teile davon in den Besitz der Stadtbibliothek Nürnberg. So hatte Johannes Schöner (1477-1547) Zugriff, der zahlreiche Werke des Regiomontanus edierte und darüber z.T. erst bekannt machte.

Wirken:

Zum einen verdankt man Regiomontanus die Entdeckung zahlreicher griechischer Originalschriften, die erst über ihn wieder bekannt wurden. Er führte erhebliche Verbesserungen in die Astronomie ein, auch gilt er über sein Buch zur Dreieckslehre als Begründer der modernen Trigonometrie. Ohne Zweifel führte Regiomontanus in Nürnberg auch astronomische Beobachtungen durch. Diese scheinen aber mit kleineren, beweglichen Instrumenten vorgenommen worden zu sein. Doch spricht man von einer Sternwarte erst, wenn größere Instrumente fest installiert sind. Als Begründer der ersten Nürnberger Sternwarte gilt damit zurecht Georg Christoph Eimmart (1638-1705), was die erstaunlichen Verdienste Regiomontans in keiner Weise schmälert.

Mitgliedschaften und Ehrungen:

1977 wurde die Regiomontanusstraße in Schoppershof nahe der Sternwarte nach ihm benannt. Auch die Sternwarte trägt wie ein Krater auf dem Mond seinen Namen.

In Königsberg selbst trägt die Volksschule seinen Namen, in Haßfurt das Gymnasium und in Coburg die Staatliche Fach- und Berufsoberschule.

Ausgewählte Werke:

Eine ausführlichere Liste mit den Werken Regiomontans finden Sie hier.

In Nürnberg zu Lebezeiten Regiomotans erschienen Werke Postume Ausgaben durch Johannes Schöner finden Sie bei dessen Biographie

Einige weitere postume Ausgaben Handschriften

Literatur:

Eine umfangreiche Literaturliste finden Sie hier.

Links:

Biographisches

Die Regiomontanus-Sternwarte in Nürnberg



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